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22. Mai 2025

74. Städtetag: Bürgermeister Krammer: „Konsolidierung bedeutet Neuordnung mit Augenmaß“

Arbeitskreis zu Konsolidierung der Städte mit den Bürgermeister*innen Böhm und Krammer und den Expert*innen Mitterer und Ochs

Wien/Eisenstadt (OTS/RK) – Der 74. Österreichische Städtetag wurde heute, Donnerstag, 22. Mai 2025, am Vormittag mit vier Arbeitskreisen fortgesetzt. Der Arbeitskreis „Konsolidierung – Handlungsoptionen der Städte“ widmete sich der Frage, welche Handlungsmöglichkeiten Städte und Gemeinden angesichts der schwierigen finanziellen Lage haben. 

Auf dem Podium tauschten sich Bürgermeisterin und Landtagsabgeorndete Elisabeth Böhm aus Neusiedl am See und Bürgermeister Werner Krammer aus Waidhofen an der Ybbs über Erfahrungen und Best Practice-Beispiele mit KDZ-Expertin Karoline Mitterer und Andreas Ochs vom deutschen Verband für kommunales Management (KGSt) aus. Es moderierte Eva Linsinger (ORF).

Neben den Forderungen an die Bundesregierung und die Länder nach einer besseren finanziellen Ausstattung gilt es, „Hausaufgaben“ zu erledigen und Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung auszuloten. Zu nennen wären hier laut Mitterer vom KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung etwa Gemeindekooperationen bei der Kinderbetreuung, smarte Tourenplanung im Bereich Müllabfuhr oder den Betrieb eines örtlichen Freibades durch einen Verein. Bürgerbudgets und Beteiligungsprozesse bieten Einsparpotenzial und fördern zugleich das Verantwortungsgefühl vor Ort. Auch die Zusammenarbeit mit den Ländern unter anderem in Form digitaler Unterstützungsleistungen kann sich lohnen. KDZ-Finanzexpertin Karoline Mitterer betonte: „Städte und Gemeinden brauchen neue Lösungen, um auch unter finanziellem Druck zukunftsfähig bleiben zu können. Klar ist aber, dass es eine faire Lastenverteilung im föderalen Gefüge braucht – denn dauerhaft können Gemeinden die Herausforderungen der Haushaltskonsolidierung nicht alleine stemmen.“

Bürgermeisterin Böhm: „Effizienzpotenziale konsequent nutzen“

Für Bürgermeisterin Elisabeth Böhm, die auch Vorsitzende der Städtebund-Landesgruppe Burgenland ist, steht fest: „Die Gemeinden stehen in ganz Österreich vor großen finanziellen Herausforderungen. Neben strukturellen Reformen auf Bundes- und Landesebene gilt es daher, auf kommunaler Ebene Potenziale zur Effizienzsteigerung konsequent zu nutzen und neue Wege der Zusammenarbeit sowie alternative Finanzierungsmodelle zu prüfen. Der Städtebund setzt sich engagiert für die Interessen der burgenländischen Städte und Gemeinden ein und ist ein verlässlicher Partner des Landes. Die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Verbänden und dem Land Burgenland verläuft zielgerichtet und lösungsorientiert.“

Bürgermeister Werner Krammer legt dar: „Nur wer finanziell gut aufgestellt ist, kann auch in wichtige Bereiche wie Bildung, Betreuung und Infrastruktur investieren. Deshalb haben wir gemeinsam mit dem KDZ, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung sowie den politischen Verantwortlichen schon 2024 einen Prozess gestartet, um unser Budget langfristig zu optimieren - weil Veränderungen am besten gemeinsam gelingen. Ein klarer Fokus auf Prioritäten hilft uns dabei, die Zukunft besser zu planen. Dazu gehören neben Anpassungen bei den Leistungen auch vorausschauende Maßnahmen – wir durchleuchten dabei alle Bereiche. Wir sind überzeugt: Konsolidierung bedeutet nicht Abbau, sondern Neuordnung mit Augenmaß.“

Ochs zum idealen Haushalt: „Nichts Überflüssiges wollen, nichts Notwendiges entbehren“

Der Wille aller Beteiligten zur Konsolidierung ist laut Andreas Ochs vom deutschen Verband für kommunales Management (KGSt) entscheidend: „Haushaltskonsolidierung ist eigentlich ganz einfach: Man muss weniger ausgeben als man einnimmt und das, was man ausgibt, für das Richtige aufwenden. Oder um es mit dem griechischen Schriftsteller Plutarch zu sagen: ‚Der Haushalt ist der beste, worin man nichts Überflüssiges will, nichts Notwendiges entbehrt.‘ Gute Ideen und Beispiele für Konsolidierungsmaßnahmen gibt es viele. Der ganz entscheidende Erfolgsfaktor für das Gelingen einer Haushaltskonsolidierung ist aber der Wille aller Beteiligten Konsolidierung auch wirklich betreiben und unangenehme Entscheidungen treffen zu wollen. Und vor allem das dann auch zu tun.“


Fachforen zu Energiewende und Finanzierungsvarianten für Kommunen am Donnerstag

Heute, Donnerstagnachmittag, wird der 74. Österreichische Städtetag mit zwei Fachforen zu Energiewende und innovativen Finanzierungsvarianten für kommunale Projekte fortgesetzt. 

Das Video zum Nachschauen, den Livestream der gesamten Veranstaltung und weitere Informationen finden Sie unter www.staedtetag.at 

Laufend aktuelle Fotos zum Download unter https://www.picdrop.de/markuswache/Staedtetag_2025 

Folgen Sie uns auf LinkedIn @Österreichischer Städtebund #städtetag2025

(Schluss, 22.05.2025)


Rückfragehinweis für Medien:

Elisabeth Hirt, Österreichischer Städtebund
Tel.: 0676 8118 89990
elisabeth.hirt@staedtebund.gv.at

Katharina Kunz, Österreichischer Städtebund
Tel.: 0676 8118 89983
katharina.kunz@staedtebund.gv.at

Gerda Mackerle, Stadt Wien – Kommunikation und Medien
Tel.: 0676 8118 81086
gerda.mackerle@wien.gv.at

Bettina Eder
Pressesprecherin Bürgermeister Thomas Steiner
Tel.: 0676 83 705 707
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